Interview: Wie kommt der Druck auf das Trikot?

von Lukas Prießnitz am 9 Mai 2017 | 0 Kommentare

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Erst mit dem richtigen Trikotdruck bekommt eure Mannschaft eine Identität

Zu jedem Trikotsatz eines Teams gehört die entsprechende Bedruckung. Ohne aufgedruckte Logos, Sponsoren, Namen und Nummern fehlt einem Team die Identität. Daher ist ein qualitativ hochwertiger, haltbarer Aufdruck immens wichtig. Wie solch ein Druck abläuft, was zu beachten ist und welche kuriosen Dinge beim Druck passieren können, erzählte uns Dimitri Tellenbach von der Druckerei Systemsport im Interview.

Dimitri, ihr bei Systemsport bedruckt schon seit Jahren für große Namen im Bereich Teamsport, darunter auch einige Bundesligisten. Wie läuft der Druck eines Trikotsatzes denn ungefähr ab, von der Bestellung bis zur Lieferung?

Bevor es überhaupt zu einer Bestellung kommt, muss der Preis für die Trikotveredelung ermittelt werden. Hier sitzen wir normalerweise im Team zusammen und schauen die Logos an, die wir vom Kunden gestellt bekommen. Dabei kommt es vor allem darauf an, ob die Logos ein- oder mehrfarbig gedruckt werden sollen, auf die Größe des Logos und natürlich darauf, ob der Kunde nur einen Trikotsatz benötigt oder gar ein ganzes Bundesligateam ausgestattet werden soll. Teamleiter aus der Produktion und der Kundenbetreuung erstellen daraufhin einen Kostenvoranschlag. Sind die Preise kalkuliert und das Angebot vom Kunden freigegeben, starten wir bei großvolumigen Jobs eine Musterproduktion. Der Kunde bekommt ein Muster und wir behalten ein Muster für Wasch- und Materialtests. Sind die Muster freigegeben, starten wir die Serienproduktion.

Bei kleineren Jobs, wie zum Beispiel einem Trikotsatz, benötigen wir von Wareneingang bis Warenausgang gerade mal eine Woche. Aber auch große Aufträge, die dringend benötigt werden, erledigen wir meistens in kürzester Zeit. Oft kommt es beispielsweise vor, dass Sponsoren von Bundesligisten erst wenige Wochen vor Saisonstart feststehen. Hier müssen wir dann schnell reagieren und haben manchmal für die Veredelung von einigen tausend Teilen nur wenige Tage Zeit. Aber auch das haben wir bisher immer hinbekommen. Da helfen dann eben Mitarbeiter aus allen Abteilungen mit.

Was ist der Unterschied zwischen Siebdruck und Transferdruck? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Druckvarianten? Was würdest du empfehlen?

Da wir hauptsächlich Sportbekleidung veredeln, liegt unser Hauptgeschäft in der Transferproduktion. Der große Vorteil ist hierbei, dass Zahlen, Schriftzüge und Logos auf Vorrat produziert werden und dann bei Bedarf immer wieder auf das Textil aufgebracht werden können. Zudem ist ein Transferdruck hochwertiger und langlebiger als ein Siebdruck. Gerade in der Sportbekleidungsbranche sind die meisten Textilien aus Polyester oder aus Polyestermischgewebe. Dadurch dass wir bei unseren Transfers stets eine spezielle „Blockerschicht“ drucken, vermeiden wir, dass z.B. ein weißer Aufdruck auf einem roten Textil nach einiger Zeit rosa wird.

Die Vorteile des Siebdrucks sind natürlich, dass es eine sehr kostengünstige Methode ist, seine Textilien zu bedrucken. Das Motiv wird durch ein Sieb direkt auf das Textil aufgebracht. Hierbei sind große Stückzahlen relativ schnell umzusetzen. Jedoch ist das Druckergebnis nur auf Baumwolle perfekt!

Die Auswahl bei den vielen verschiedenen Druckverfahren ist groß. Wie helft ihr dabei euren Kunden, den passenden Druck für sie zu finden? Gibt es einen Verkaufsschlager bei euch?

Wir konnten feststellen, dass die Nachfrage nach farbigen Logos zugenommen hat. Viele Kunden wollen, dass wir ihr Sponsorenlogo ohne Farbabweichung auf die Trikots drucken. Gerade deswegen ist unser TopMatchHD-Transfer, bei dem sogar feinste Farbverläufe und kleinste Details möglich sind, immer ein Verkaufsschlager.

 

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Die Druckerpresse der Druckerei Systemsport

Unterscheidet sich der Druck bei Textilien für verschiedene Sportarten?

Eigentlich nicht - wir versuchen unsere Transfers immer so zu produzieren, dass sie allen Belastungen standhalten. Sei es im Handball, wo schon mal heftiger am Textil gezerrt wird, oder bei Veredelungen für Ausdruckstanz.

Die meisten Kunden sind mit den Details von Textildruck eher wenig vertraut. Was muss ein Kunde daher bei euch beachten, wenn er seine Bestellung aufgibt? Was muss euch der Kunde liefern, damit ihr optimal arbeiten könnt?

Am besten können wir arbeiten, wenn wir optimal aufbereitete Daten bekommen. Mit fertigen Druckdaten als Vektordatei und passenden Farbangaben steht einer schnellen Auftragsabwicklung nichts im Wege.

Wie viele Textilien bedruckt ihr im Schnitt pro Tag?

Das ist saisonal stark unterschiedlich. In den Anfangsmonaten Januar bis März können wir durchatmen, da wir immer ein bisschen abhängig von der Sportsaison sind. Aber sobald es wärmer wird, haben wir Arbeit ohne Ende. Um die Frage zu beantworten: Die Bandbreite reicht von wenigen 100 Stück pro Tag bis zu mehreren Tausenden.

Kann beim Bedrucken auch mal etwas schief gehen? Wie reagiert ihr darauf?

Wo Menschen arbeiten und auch manuelle Handgriffe gemacht werden, passieren natürlich auch Fehler. Wichtig ist hierbei, dass man den Grund einer Reklamation herausfindet. Wurden die Textilien eventuell falsch gewaschen oder haben wir in der Produktion einen Fehler gemacht. Wir versuchen dann mit dem Kunden zusammen, eine für beide Seiten befriedigende Lösung zu suchen. Im schlimmsten Fall müssen wir die Textilien ersetzen und erneut veredeln. Das ist dann natürlich immer der Worst Case, da Sporttextilien mitunter sehr teuer sein können.

Für den Kunden ist es wichtig, dass die Drucke entsprechend lange halten. Welche Tricks gibt es, um den Druck möglichst lange haltbar zu machen?

Mit der Haltbarkeit unserer Produkte haben wir eigentlich keine Probleme. Wenn sich ein Druck herunterwäscht oder sich ein Transfer löst, kann man in den meisten Fällen von einem falschen Kundenhandling ausgehen. Das heißt z.B. zu heiß gewaschen, zu heiß getrocknet oder mit zu viel Weichspüler gewaschen. Um diesem Problem vorzubeugen machen wir vor allen großen Jobs, ausgiebige Wasch- und Belastungstests. Erst wenn diese Tests gut verlaufen, starten wir mit der Serienproduktion.

Zum Abschluss noch eine persönlichere Frage: Was ist das Kurioseste, das in eurem Unternehmen beim Druck passiert ist? Gab es bizarre Motive oder amüsante Vorfälle?

Da gibt es nichts, das es nicht gibt. Von ordinären Sprüchen für Junggesellenshirts bis hin zu Motiven mit fast künstlerischem Anspruch war schon alles dabei. Das Motiv ist eigentlich nie ein Problem, nur manchmal muss man länger überlegen, wie man komplizierte Motive perfekt umsetzen kann.

Vielen Dank für diesen interessanten Einblick in die Welt des Textildrucks!

Ihr wollt die Trikots eurer Mannschaft hochwertig bedrucken lassen? Dann besucht die Website der Druckerei Systemsport unter http://www.systemsport.de. Die entsprechenden Trikots findet ihr im ERIMA Shop. Und lasst uns natürlich wie immer gerne in den Kommentaren an euren Erfahrungen teilhaben!

 

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