Die Suche nach dem perfekten Grip: Handball-Harz und seine Alternativen

von Lukas Prießnitz am 30 Mai 2017 | 0 Kommentare

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Mit Harz bespielte Bälle werden stark in Mitleidenschaft gezogen.

Handball-Harz ist aus dem heutigen Handballsport nicht wegzudenken. Doch trotzdem ist es in vielerlei Hinsicht höchst umstritten. Während Funktionäre es verbieten wollen, halten es die Spieler für unverzichtbar. Doch worum geht es bei dieser Debatte überhaupt? Wie wahrscheinlich ist es das Harz wirklich verboten wird? Und welche Alternativen gibt es, um auch ohne Harz einen guten Grip zu haben? All das und noch viel mehr Wissenswertes über Handball-Harz erfährst du hier!

 

Was ist Handball-Harz? Wofür wird es genutzt?

Handball-Harz (auch Patte genannt) wird genutzt, um den Ball griffiger zu machen und die Ballkontrolle zu erhöhen. Somit kann im Spiel besser geworfen und gefangen werden. Durch den besseren Grip des Balles sind auch spektakuläre Aktionen wie einhändiges Fangen oder besondere Trickwürfe wie z.B. Dreher möglich. Insgesamt wird das Spiel durch Harz um einiges schneller und spektakulärer.

 

Wie bekomme ich den besten Grip? Die verschiedenen Varianten von Handball-Harz

Es gibt verschiedene Arten von Harz. Am häufigsten genutzt wird immer noch Naturharz. Naturharz findet man hauptsächlich an Bäumen. Dort wird es abgesondert, um Lücken in der Baumrinde abzudichten, bevor Schadstoffe an den Baum gelangen können. Bei der systematischen Gewinnung werden solche Verletzungen der Rinde durch Anritzen mit einem Messer verursacht. Das so gewonnene Harz überzeugt viele Handballer durch seine starken Klebeeigenschaften, auch wenn man die Hände (und auch die Kleidung) nur mit speziellen Lösungsmitteln oder dem ein oder anderen Hausmittel wieder sauber bekommt.

Als Alternative zum Naturharz wurde speziell für den Handball hergestelltes Kunstharz entwickelt. Diese Kunstharze gibt es in verschiedenen Anwendungsformen, wie z.B. Wachs oder Spray. Diese sind häufig wasserlöslich und so deutlich leichter zu entfernen. Der Grip ist damit aber im Vergleich zum Naturharz oft auch etwas geringer.

Generell wurden schon viele Alternativen zu Harz getestet. Darunter auch kreative Lösungen wie Haarspray oder Cola. Dass das Handball-Harz heute aber immer noch die erste Wahl bei Spielern ist, zeigt deutlich, dass noch kein permanenter Ersatz für das Harz gefunden wurde.

 

Die Nachteile vom Handball-Harz: Diskussionen um Harzverbot

Das „Harzen“ macht das Spiel schneller und spektakulärer, hat allerdings auch einige massive Nachteile. So verschmutzt das Harz den Ball beispielsweise stark. Doch nicht nur der Ball ist davon betroffen. Auch der Hallenboden und die Spielkleidung leiden sehr unter dem Harz. Harz ist nicht wasserlöslich und kann, wenn überhaupt, nur mit speziellen Lösemitteln entfernt werden. Dementsprechend ist in vielen Hallen, vor allem im Amateurbereich, die Anwendung von Klebemitteln verboten. Davon sind auch Kunstharze nicht ausgenommen. Allerdings wird dieses Verbot nur bedingt durchgesetzt und sanktioniert.

Doch der Weltverband IHF geht noch einen Schritt weiter. Präsident Hassan Moustafa verkündete im Sommer 2016: „Ich denke, in einem Jahr sind wir soweit, Harz komplett verbieten zu können.“ Diese Aussage löste bei Handballern in der ganzen Welt Entsetzen aus und sorgte für viele Gegenstimmen. Moustafa relativierte daraufhin seine Aussage, dass man lediglich eine Testphase für harzfreien Handball starten wolle und eifrig an Alternativen zu Handball-Harz arbeite.

 

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Durch Harz wird das Spiel schneller und dynamischer.

 

Selbstklebende Bälle: Fester Grip auch ohne Harz?

Die prominenteste der Alternativen ist der selbstklebende Ball. Durch den selbstklebenden Ball wird die Verwendung von Harz obsolet und damit Spielkleidung und Hallenboden geschont. Selbstklebende Bälle sind in ihrer Entwicklung aber noch sehr am Anfang und die entsprechende Technik noch nicht richtig ausgereift. Die Klebewirkung lässt nach nur wenigen Minuten bereits stark nach. Außerdem müssen die Bälle überdurchschnittlich oft gesäubert werden, da Schmutz und Staub vom Hallenboden am Ball haften bleibt.

Die meisten Spieler, die auf Harz verzichten wollen, setzen daher auf Bälle, die auch ohne Harz oder eine spezielle Selbstklebefunktion bereits sehr viel Grip besitzen. Beispiele für solch einen Ball sind der G13 2.0 und der GRIPTONYTE von ERIMA. Bei diesen Bällen sorgt die speziell entwickelte Oberfläche aus Microfaser PU für sehr starke Haftung auch ohne Harz. Gleichzeitig sind die Bälle aber auch mit Harz verwendbar, ohne dass das Material des Balles darunter leidet.

Der G13 konnte dabei auch schon viele Profispieler überzeugen. Er wird von den Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg-Handewitt als offizieller Spielball verwendet. Flensburg-Profi und Nationalspieler Holger Glandorf schwört dabei auf die Qualität des G13: „Der ERIMA G13 hat eine super Oberfläche, mit der der Ball sehr gut in der Hand liegt und man ein gutes Gefühl bekommt. Auch nach monatelanger, intensiver Nutzung behalten die Bälle bei uns ihre überdurchschnittlichen Eigenschaften. Er ist der perfekte Ball für Spiele auf höchstem Niveau.“

 

Harz-Ersatz? Harz-Verbot? Wie sieht die Zukunft des Handballs aus?

Handball-Harz ist aus dem heutigen Handball nicht mehr wegzudenken. Doch wie es in Zukunft mit dem Handball-Harz weitergehen wird, ist fraglich. Die Zeit wird zeigen, ob selbstklebenden Bälle sich als langfristige Lösung des Harzproblems durchsetzen können, oder ob das Harz weiter unersetzbarer Bestandteil des Handballsports bleiben wird.

Welche Erfahrungen hast du bereits mit Handball-Harz gemacht? Was hältst du von selbstklebenden Bällen? Hast du Geheimtipps für eine bessere Haftung ohne Harz? Schreib deine Gedanken, Meinungen und Tricks in die Kommentare!

Den ERIMA G13 2.0 und ERIMA GRIPTONYTE, sowie eine Auswahl an Kunstharzen findest du übrigens bei uns im ERIMA Shop.

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